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Regionalentwicklung

Regionalentwicklung ist ein weites Feld. Und ein höchst spannendes, hat man es doch mit den verschiedensten Themen zu tun. Ob das das Thema Landwirtschaft, Naturschutz, Verkehr oder erneuerbare Energien sind. Da kommt uns zugute, dass wir als Geographen und Kommunikationswissenschaftler gewohnt sind, vernetzt zu denken. Wir können uns schnell in neue Themen einarbeiten. Und haben ja auch eine Menge Erfahrung.

Basis für jeden strukturierten Regionalentwicklungsprozess ist immer ein gutes Konzept. Wir haben in den letzten 15 Jahren eine ganze Reihe Regionaler Entwicklungskonzepte in Thüringen erarbeitet. Hauptsächlich in Regionen, in denen der Tourismus eine Rolle spielt. Aber auch in Regionen, in denen andere Wirtschaftszweige wichtig sind wie z.B. im "Nördlichen Weimarer Land" oder bei den "Erfurter Seen". Schauen Sie mal bei Referenzen

Aber Regionalentwicklung bedeutet ja nicht, viel Papier voll zu schreiben, sondern was voranzubringen. Und da gehen wir immer selbst mit gutem Beispiel voran. So haben wir in der Rhön viele Jahre ein Jagdschlösschen bewirtschaftet. Konsequent nach regionalwirtschaftlichen Aspekten. Und wir haben viele eigene Projekte realisiert, von der Idee bis zum Umsetzung. Wie z.B. WILD UND GRÜN oder unser Netzwerk "Best of Biosphäre"

 

Wie läuft denn die Erarbeitung eines Regionalen Entwicklungskonzeptes so ab?

 

Vorphase

Als erstes verständigen wir uns noch einmal gemeinsam über die Ziele des REK. Wir formulieren, strukturieren und gewichten diese Ziele, halten sie schriftlich fest. Wir legen gemeinsam Organisationsabläufe und die Arbeitsstruktur fest und stellen einen Beteiligungsplan auf, in dem festgelegt wird, welche Personen und Institutionen in welchem Grad beteiligt bzw. informiert (z. B. Rundbriefe, Infodienst) werden müssen. Wir sammeln und sichten das Arbeitsmaterial, holen Informationen ein, führen mit allen Beteiligten Gespräche und hören erst einmal aktiv zu.

Um die Kommunikation in der Region zu erleichtern und eine Identifizierung mit dem REK mittelfristig zu erreichen, erarbeiten wir oft ein Aktionslogo, das im Zusammenhang mit dem REK (Rundbriefe, Briefbögen usw.) von allen Partnern verwendet werden kann. 

 

Phase 1: Analyse

Ist der "Boden bereitet", geht es an die Analyse. Da wir die Ziele des Projektes mit allen Partnern genau definiert haben, können wir die Analyse nun sehr konkret und prägnant vornehmen. 

Mit den Beteiligten vor Ort wird der von außen zu deckende Informationsbedarf genau definiert. In vielen fachlichen Fragen können wir selbst die benötigten Informationen bereitstellen, manchmal ziehen wir aber auch einen Experten aus anderen Fachgebieten zu Rate, der ein kurzes Exposé, einen fachlichen Ratschlag oder eine Einschätzung beisteuern kann. Wir haben mit dieser Vorgehensweise sehr gute Erfahrungen gemacht, hilft sie doch folgendes zu verhindern: Es wird nicht mehr einfach darauf los analysiert: Wie oft ist das Ergebnis, das die Gutachter erstellen, dem, was die Beteiligten vor Ort eh schon wissen, ziemlich ähnlich, weil man vorher die Informationslücken nicht gemeinsam festgelegt hat.

Wir erarbeiten die Analyse so konkret, dass auch wirklich neue Erkenntnisse gewonnen werden und gehen auch auf die Ortsebene.

Die Analyse hat aber auch den Zweck, in Form eines „Konzeptrecyclings“ die vorhandenen Konzepte und Gutachten zusammenzustellen und auszuwerten und die in Umsetzung befindlichen Projekte und Vorhaben aufzunehmen.

Während der Analysephase führen wir mit allen relevanten Personen und Institutionen (ggf. auch aus angrenzenden Regionen) ein Gespräch, stellen das Vorhaben in den Kommunen, in den Landkreisen und bei anderen Arbeitsgremien vor und präzisieren die gemeinsamen Problem- und Handlungsfeldern.

Die Ergebnisse der Analyse werden in einem Zwischenbericht dokumentiert und der Region zur Diskussion übergeben.

 

Phase 2: Leitbild

Nach der Analysephase werden die Ziele zusammen mit den bereits vorhandenen Arbeitsstrukturen festgelegt und das Leitbild formuliert. Diese Phase ist meist die intensivste. Müssen sich doch alle auf eine Marschroute einigen und folgende Fragen klären: Was ist uns wichtig? Wie sieht unser Selbstverständnis aus? Was genau wollen wir gemeinsam in unserer Region? Wo soll es einmal hingehen? Die Gratwanderung zwischen exakten verbindlichen Aussagen und Konsensfähigkeit muss ausbalanciert werden. 

Wir arbeiten Szenarien aus und verpacken diese in einer ansprechenden und phantasievollen Art, so dass sie geeignet sind, Diskussionen anzuregen und den Blick zu öffnen.

Das Leitbild wird in Arbeitsgremien auf Grundlage der Stärken und Schwächen diskutiert und formuliert. Für die Darstellung des Leitbildes wählen wir die Textform, räumliche Leitbilder in Kartenform sind zu abstrakt, zumal sich viele Themen wie z.B. touristische Themen in einer Karte nicht darstellen lassen.

Die „Themen der Zukunft“ sollen helfen, den Blick auch in die Zukunft zu lenken. Bestehen bereits Arbeitsgruppen, nutzen wir diese. Wir bereiten die Sitzungen und Workshops penibel vor und nach und leiten diese mit der Moderationsmethode. Wir stellen somit sicher, dass auch wirklich Ergebnisse am Ende der Sitzung feststehen. Wir wissen, dass alle Beteiligten verständlicherweise schnell die Lust verlieren, wenn man sich in Sitzungen in endlose Diskussionen verstrickt.

In der zweiten Phase werden auch Entwicklungsschwerpunkte und eine spezifische Ausrichtung und Positionierung der Orte festgelegt.

 

Phase 3: Projekte und Maßnahmen

In der dritten Phase wird das Herzstück des REK erarbeitet, der Projekt- und Maßnahmenkatalog: Wir sammeln Vorschläge der Beteiligten, ermuntern, holen Ideen hervor und greifen schon einmal Ausgedachtes auf. Wir diskutieren die Vorschläge und führen nach Möglichkeit einen Konsens herbei. Dies gelingt in den allermeisten Fällen sehr schnell, da man sich ja in der Region nach der intensiven Leitbilddiskussion über Grundsätzliches bereits einig ist. Wir machen selbst auch Vorschläge und bringen unsere Ideen mit ein. Liegen Projektideen auf dem Tisch, werden diese Ideen von uns präzisiert und zu Projektskizzen ausgearbeitet. Das Projekt wird in detaillierten Projektbögen für jeden nachvollziehbar beschrieben und definiert, es werden gemeinsam verantwortliche Personen gesucht und festgelegt, ein grober Zeitrahmen abgesteckt, Prioritäten, die Rang- und Reihenfolge festgelegt und Kosten kalkuliert. Das Thema Fördermöglichkeiten wird natürlich auch berücksichtigt. 

Die Maßnahmen und Projekte werden mit allen abgestimmt und auf die Passfähigkeit mit übergeordneten Planungen überprüft.

Fast immer taucht schon früh ein Vorschlag auf, der von allen sofort getragen wird. Nun wird gleich versucht, diesen noch vor Beendigung des Konzeptes umzusetzen. Das erhöht die Motivation und hilft schon in einem frühen Stadium, Organisationsmodelle für die Umsetzung auszuprobieren und für später die optimale Lösung zu finden.

In dieser Phase ist es besonders wichtig, sich der Unterstützung von außen, also zum Beispiel von Behörden und Ministerien zu versichern. Es wird immer überprüft und festgelegt, wo Unterstützung herkommen könnte, aber auch wo es Bremser gibt. Bevor diese aktiv werden können, haben wir sie schon informiert und ihnen den Wind aus den Segeln genommen. Wir haben schon oft erlebt, dass anfängliche Bremser nachher zu glühenden Verfechtern einer Projektidee geworden sind, alleine dadurch, dass sie mit ihren Bedenken und Einwänden ernst genommen wurden und diese auch berücksichtigt fanden.

 

Phase 4: Endfassung und Einstieg in die Umsetzung

In der letzten Phase wird das Konzept zu einem Arbeitshandbuch ausgearbeitet, alle eingegangenen Stellungnahmen abgewogen und eingearbeitet. 

Nun geht es an die Umsetzung. Umsetzung ist schwierig, man braucht Geduld und Durchhaltevermögen. Aber dadurch, dass schon in einem frühen Stadium erste kleine Dinge umgesetzt wurden, hat sich die Vorgehensweise bei der Umsetzung schon eingespielt, der Berg ist nicht mehr so hoch und auch schwierige Vorhaben lassen sich leichter verwirklichen. Von großem Vorteil ist, dass es ein funktionierendes Regionalmanagement gibt.

Wir unterstützen die Projektverantwortlichen oder Projektteams bei der Umsetzung, indem wir gemeinsame Workshops veranstalten, helfen über Tiefpunkte hinweg, beraten und liefern Informationen. Wir packen aber auch selbst tatkräftig mit an. Sehr wichtig ist auch, eine Organisationsform für die Umsetzung zu vereinbaren. Wir unterstützen die Kommunen und den Kreis bei der Vorbereitung von Beschlüssen.

Wir evaluieren, also überprüfen gemeinsam den REK-Prozess und natürlich auch unsere Arbeit.

Die Fertigstellung des Konzeptes ist ebenso wie z.B. die Verabschiedung des Leitbildes ein wichtiger Meilenstein. Die Erreichung eines Meilensteines ist ein Erfolg und muss daher natürlich auch gebührend gefeiert werden.

Nach Beendigung des Konzeptes freuen wir uns mit allen Beteiligten über den gemeinsamen Umsetzungserfolg, denn wir wissen, dass der Grad der Umsetzung eines Konzeptes der Grad des Erfolgs unserer Arbeit ist. Wir sind froh darüber, dass es uns gelungen ist, uns selbst überflüssig zu machen, bleiben aber auch weiterhin mit den Beteiligten in Kontakt und führen noch zwei Sitzungen zum Thema „Erfolgskontrolle“ durch.